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Entspannungsübungen für Kinderhände beim Schreiben

Beim Schreiben handelt es sich um einen hochkomplexen Prozess, der weit mehr umfasst als das Halten des Stiftes und das Bewegen über ein Blatt Papier. Es arbeiten über 30 Muskeln und rund 17 Gelenke in Fingern, Hand, Arm und der Schulter präzise zusammen. Gleichzeitig ist das Gehirn stark beteiligt. Verschiedenste Areale steuern dort Planung, Bewegung, Wahrnehmung und Koordination. Durch die Wiederholung einer Schreibbewegung/Übung entstehen sogenannte sensomotorische Gedächtnisspuren, wodurch Bewegungsabläufe gespeichert werden und mit der Zeit dann automatisiert ablaufen.(Quelle: Schreibmotorik Institut)

Gerade weil so viele Systeme am Schreiben beteiligt sind, kann es bei ungünstiger Haltung oder zu hohem Kraftaufwand schnell zu Problemen kommen. Verkrampfte Hände, schnelle Ermüdung, Nackenverspannungen oder sogar Kopfschmerzen können die Folge sein. Eine gut entwickelte Feinmotorik sowie eine lockere, koordinierte und rhythmische Zusammenarbeit der einzelnen Systeme ist daher entscheidend! Gezielte Übungen, die regelmäßig und richtig ausgeführt werden, können dabei helfen, unter anderem die Beweglichkeit, Kraftdosierung, Koordination und Feinmotorik zu verbessern und schaffen so die Grundlagen für ein entspanntes und flüssiges Schreiben.

Unsere Mitarbeiterin Vivien ist gelernte Physiotherapeutin und war viele Jahre in diesem Beruf tätig. In dieser Zeit hat sie unter anderem intensiv mit Kindern gearbeitet. Bei uns beschäftigt sie sich nun insbesondere mit der Ergonomie im Schulalltag. Dank ihrer Qualifikation können wir Ihnen effektive Entspannungsübungen an die Hand geben, mit denen Ihre Kinder Verspannungen durch das Schreiben gezielt vorbeugen können.

Wodurch entstehen überhaupt Verspannungen beim Schreiben?

Ein Grund für Verspannungen beim Schreiben ist, dass der Körper über längere Zeit in einer ungünstigen, einseitigen Haltung verharrt. Besonders problematisch ist hierbei die statische Muskelarbeit. Das bedeutet, dass die Muskulatur permanent eine Position hält – in diesem Fall das Halten des Stiftes – ohne sich zwischendurch ausreichend zu entspannen. Als Konsequenz entsteht eine verminderte Durchblutung und die Muskulatur wird schlechter mit Sauerstoff versorgt, wodurch es zu einer schnelleren Ermüdung kommt. Es bauen sich Spannungen auf, die nicht mehr richtig gelöst werden können. Die Folgen können verhärtete Muskeln sein, aber auch verkrampfte Hände bis hoch in den Schulter-Nacken-Bereich.

Die Lösung

Im Gegensatz dazu gibt es dynamische Bewegungen. Hierbei wechseln sich Anspannungen und Entspannungen der Muskulatur ab und diese bleibt dauerhaft aktiv. Durch gezielte, dynamische Bewegungen wird die Muskulatur besser durchblutet, die Kraftausdauer gestärkt und das Spannungsgefühl abgebaut. Außerdem spielt die Kraftausdauer eine wichtige Rolle. Diese Beschreibt die Fähigkeit der Muskulatur, die Kraft/Leistung über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, ohne zu ermüden und zu verkrampfen, um die fehlende Kraftausdauer zu kompensieren.

Übung Nummer 1: Stift-Aufzug

Die richtige Ausführung der Übung

  1. Zwei Stifte werden links und rechts ca. 2cm von den jeweiligen Enden entfernt mit einer dünnen Schnur zusammengeknotet.
  2. Der obere von beiden wird an den Enden jeweils mit dem Daumen und Zeigefinger beider Hände locker festgehalten. Es wird darauf geachtet, den Stift waagrecht zu halten.
  3. Nun wird er mit beiden Händen langsam, kontrolliert und gleichmäßig gedreht, wodurch eine Art Seilwinde entsteht und der untere Stift aufgerollt wird.
    Das Abrollen erfolgt in die entgegengesetzte Richtung.

Ausgeführt wird die Übung ca. 2 Minuten lang und kann bei Bedarf 1-2x wiederholt werden. Einmal am Tag ist hierfür ideal.

Unsere Mitarbeiterin Vivien veranschaulicht den Stift-Aufzug.
Unsere Mitarbeiterin Vivien veranschaulicht den Stift-Aufzug.

Der positive Effekt der Übung

Durch das gleichmäßige Drehen der Finger ist die Bewegung fließend und dynamisch, anstatt statisch wie z.B beim Stift halten. Die Muskeln werden durch die kleinen, wiederholten Bewegungen aktiviert, nicht überlastet.
Es werden die beidhändige Koordination, das Rhythmusgefühl, die Auge-Hand-Koordination und die Kraftdosierung trainiert, welche besonders beim Schreiben, Zeichnen und präzisen, feinmotorischen Arbeiten benötigt werden.

Übung Nummer 2: Fingerspiele

Die richtige Ausführung der Übung

Diese Übung ist ganz einfach und kann ohne zusätzlich benötigtes Material zu jeder Zeit durchgeführt werden.

  1. Der Daumen tippt nacheinander jeden der anderen Finger der gleichen Hand an.
    Also zuerst den Zeigefinger, dann den Mittelfinger, danach den Ringfinger und zuletzt den kleinen Finger und zurück.

Die Bewegungen sollten fließend und gleichmäßig in unterschiedlichem Tempo ausgeführt werden und mehrfach wiederholt werden, im Idealfall 1-2 Minuten pro Hand, 1-2x pro Tag vor oder während dem Schreiben. Zu Beginn sollte jedoch darauf geachtet werden, primär langsam und sauber, anstatt schnell und unsauber zu arbeiten. Die Berührungen der Finger sollten sanft erfolgen, ohne großen Druckaufwand. Zur Steigerung können beide Hände gleichzeitig beübt werden.

Unsere Mitarbeiterin Vivien veranschaulicht die Endposition des Fingerspiels.
Unsere Mitarbeiterin Vivien veranschaulicht die Endposition des Fingerspiels.

Der positive Effekt der Übung

Hier werden gezielt die Einzelbewegungen aller Finger durch gleichmäßige Bewegungsabfolgen trainiert. Jeder einzelne Finger wird also aktiviert. Die Feinabstimmung zwischen Daumen, dem wichtigsten Finger an unserer Hand, und den anderen Fingern wird verbessert. Bei dieser Übung arbeitet die Muskulatur locker und abwechselnd statt gleichzeitig und ebenfalls dynamisch statt statisch durch kleine, kontrollierte und rhythmische Bewegungen.
Trainiert wird hierbei die Fingerdifferenzierung, die Koordination innerhalb einer Hand, Rhythmus und Bewegungsfluss. Zudem knüpft das Gehirn neue Verbindungen. Eine weitere, perfekte Grundlage für entspanntes und präzises schreiben!

Übung Nummer 3: Stressball

Die richtige Ausführung der Übung

Alles, was man für diese Übung benötigt, ist ein weicher Ball. Ein Glück, dass wir diesen in verschiedenen Ausführungen auch in unserem Onlineshop anbieten! (siehe Stressball oder Stressfigur)

  1. Dieser wird mit der Hand kontrolliert zusammengedrückt, bevor er gleichmäßig, komplett und bewusst losgelassen wird.

Die Übung kann entweder mehrfach mit einer Hand oder im direkten Wechsel zwischen beiden Händen ausgeführt werden. Hierbei sollte der Ball pro Hand 10-15x ruhig und gleichmäßig gedrückt werden, bevor eine kurze Pause eingelegt wird. Insgesamt soll die Übung 2-3x am Stück wiederholt werden, 1-2x pro Tag vor oder während dem Schreiben.

Veranschaulichung Stressball-Übung.
Veranschaulichung Stressball-Übung.

Der positive Effekt der Übung

Bei dieser Übung kommt es zu kräftigen Bewegungen der Finger und Handfläche. Durch die rhythmische, dynamische Druckbewegung entsteht hier ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, was dadurch zu einem Abbau von Spannungen in der Hand führt und im Gegensatz dazu aber auch zum gezielten Aufbau der Kraftausdauer, damit Verspannungen erst gar nicht mehr so schnell auftreten.
Trainiert wird die Kraftdosierung, das Zusammenspiel aller Finger und der Handfläche, Rhythmusgefühl sowie die Spannungsregulation.
Dabei wird gezielt erlernt, den Stift beim Schreiben weder zu fest noch zu locker zu halten.

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